Welche Voraussetzungen brauche ich für das Trading?

Persönliche Voraussetzungen

Wie wichtig die Persönlichkeit eines Traders ist, wurde bereits angedeutet. Eigene Erfahrungen und auch die Erkenntnisse vieler anderer Trader haben gezeigt, dass weder die Strategien, noch die Kapitaldecke, der Bildungsabschluss oder der richtige Broker entscheidend für den Erfolg an der Börse waren. Letztlich mussten die erfolgreichen Trader – ob haupt- oder nebenberuflich – den schweren Weg der Selbsterkenntnis gehen und feststellen, dass sie dafür verantwortlich sind, ob die Strategie erfolgreich ist oder nicht. Die Strategie macht nicht den Trader erfolgreich, sondern der Trader die Strategie.

Es gehört sehr viel Vertrauen in sich selbst dazu, um auch mit wiederkehrenden Rückschlägen umgehen zu können. Jeder Profitrader macht Verluste und das immer wieder, es liegt an ihm, wie er diese Verluste einordnet. Aus unserer Sicht hat der Börsenhandel eine besondere Eigenschaft, die ihn einerseits so schmerzhaft, andererseits auch so fair macht. Die Märkte geben einem ein direktes Feedback. Sie zeigen einem, ob die eigene Idee erfolgreich ist oder war und spiegeln das unmittelbar in Gewinnen oder Verlusten wieder. Man darf das auf der einen Seite nicht persönlich nehmen, auf der anderen Seite aber auch nicht schönreden. Bewerten Sie das „Feedback“ des Marktes möglichst neutral und emotionslos. Im Zweifelsfall schlafen Sie eine Nacht darüber und bewerten die Situation nochmal neu. Lassen Sie sich niemals zu trotzigen Reaktionen hinreißen und nehmen Sie keinen Trade persönlich. Bewerten Sie einen einzelnen Trade nicht über, ignorieren Sie aber auch nicht bewusst Ihre eigenen Fehler.

Seien Sie versichert, dass sich Ihre eigene Einstellung und Ihre individuellen Entscheidungen unmittelbar in Ihrem Tradingerfolg widerspiegeln werden. Nutzen Sie diesen Vorteil und lernen Sie daraus. In kaum einem anderen Job werden Sie Lob und Kritik auf eine so direkte und faire Art und Weise erhalten. Seien Sie also mutig, aber riskieren auch nicht zu viel. Glauben Sie an sich, aber seien Sie nicht überheblich. Holen Sie sich Ratschläge, aber versuchen Sie niemanden zu kopieren. Erkennen Sie Fehler, aber stellen Sie nicht ständig alles in Frage. Erzwingen Sie nicht, was nicht funktioniert, aber vertrauen Sie Ihren Fähigkeiten. Lassen Sie sich nicht sagen, dass Sie etwas nicht schaffen, aber bleiben Sie realistisch. Und letztlich beherzigen Sie zu jeder Zeit eines – kennen Sie stets Ihr Risiko.

 

Finanzielle Voraussetzungen

Jeder Trader stellt sich irgendwann die Frage, wie viel Geld für den Börsenhandel überhaupt nötig ist. Diese Frage ist definitiv nicht mit einer konkreten Zahl zu beantworten. Hier muss man klar abgrenzen, was mit dem Trading erreicht werden möchte. Aus Erfahrung wissen wir, dass vor allem die Leute diese Frage stellen, die ausschließlich vom Trading leben möchten. Wenn dem so ist, dann ist der Kapitalbedarf schon beachtlich. Lassen Sie sich nicht von übertriebenen Vorstellungen treiben, dessen Anforderungen nur die wenigsten erfüllen können. Wenn nur ein kleines Konto zur Verfügung steht, müssen außergewöhnliche Renditen erzielt werden, was wiederum den Druck auf den Trader erheblich erhöht. Bei großen Konten reichen oft geringe Renditen aus, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Dies ist nicht nur einfacher, sondern auch dauerhaft viel realistischer. Es ist auch zu bedenken, dass von dem Tradingkonto regelmäßig Beträge entnommen werden müssen, um davon leben zu können. Das führt entweder dazu, dass Gewinne nur teilweise oder gar nicht angespart werden können oder aber im schlimmsten Fall das Konto stetig kleiner wird, wenn die Gewinne nicht ausreichen. Das wiederum bedeutet, dass die Renditen immer größer werden müssen.

Die wenigsten Anfänger können den Schritt gehen und direkt als Vollzeittrader arbeiten. Häufig wird dies nebenberuflich gemacht. Idealerweise hat man einen gewissen Betrag angespart, den man entbehren kann. Es sollte jedem bewusst sein, dass dieses Geld vollständig verloren werden kann. Nur wer dazu bereit ist und damit gut leben kann, sollte diese Summe riskieren. Wenn das Kapital entbehrlich ist, sollten auch bestenfalls Teile der Gewinne auf dem Konto verbleiben.

Unabhängig von der Größe des Tradingkontos, sollte bedacht werden, dass eine Ausbildung zum Trader nie ganz kostenlos ist. Zwar geht jeder Anfänger anders an die Sache ran, aber letztlich investieren die meisten in ihre Ausbildung. Einige kaufen sich Bücher, andere kaufen sich Lehrvideos oder belegen Seminare. Manche lassen sich auch in individuellen Coachings weiterbilden. Wir wissen von Händlern die sechsstellige Beträge in ihre Ausbildung investiert haben. Andere hingegen nur ein paar hundert Euro, z.B. für Bücher oder ähnliches. Die Höhe der Ausbildungskosten sagt aber definitiv nichts über den tatsächlichen Erfolg aus. Das liegt einzig und alleine an Ihnen.

Es bleibt die Frage, wie viel Kapital nun nötig ist. Wir können diese nicht beantworten, Ihnen aber dennoch unserer Erfahrungen und unsere Meinung hierzu Frage mitteilen. Es ist zwar mittlerweile möglich mit 1.000 Euro oder weniger an den Märkten aktiv zu werden. Produkte wie Forex oder CFDs werden von vielen Brokern extra für diesen Zweck angeboten. Das mag ausreichen, um erste Erfahrungen zu sammeln und einen günstigen Einstieg in den Echtgeldhandel zu bekommen. Aufgrund von Fixkosten die ein jeder Trader hat (z.B. Strom, Hardware, Software, Datenfeed etc.), ist das Konto aber tendenziell zu klein, um dauerhaft rentabel zu arbeiten. Wer nebenbei Börsenhandel betreiben will, aber nicht davon leben muss, dem sollte als Tradingkapital mindestens eine fünfstellige Summe zur Verfügung stehen – zuzüglich möglicher Ausbildungskosten. In Anbetracht von realistischen Renditen, könnte damit zumindest so viel verdient werden, dass Investitionen von Geld und Zeit in einem erträglichen Verhältnis zum Ertrag stehen.

Diejenigen, die tatsächlich ausschließlich vom Daytrading leben wollen, werden früher oder später auf börsengehandelte Werte wie z.B. Aktien, Futures o.ä. stoßen – die wiederum große Konten voraussetzen. Zusätzlich müssen die absoluten Erträge deutlich höher sein, da sie dem Lebensunterhalt dienen müssen. Berufstrader verfügen üblicherweise über Kapital in Höhe von mindestens 100.000 Euro, jedoch meist deutlich mehr.

Sollten Sie nachweislich (noch) nicht profitabel sein, spielt die Kontogröße insofern eine untergeordnete Rolle, da wir empfehlen, die kleinsten Beträge zu investieren, die in dem Instrument möglich sind, im Zweifel sogar nur im Demokonto zu arbeiten. Denn jedes Konto ist irgendwann aufgebraucht, wenn der Erwartungswert der Strategie negativ ist. Auf dieses Thema gehen wir an anderer Stelle nochmal genauer ein.

 

Technische Voraussetzungen

Wenn man sich schließlich für den Weg als Börsenhändler entschieden hat und im besten Falle noch über das nötige Kapital verfügt, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie der technische Zugang realisiert wird. Der Vorteil ist, dass es da mittlerweile in allen Bereichen transparente und kostengünstige Lösungen gibt. Sowohl die nötige Hard- und Software sowie unzählige Broker mit akzeptablen Gebühren und schnelle und bezahlbare Datenfeeds stehen dem Trader zur Verfügung. Hier hat man meist die Qual der Wahl.

Die Hardware muss nicht zwingend leistungsstärker sein als für die meisten anderen Anwendungen. Hilfreich ist allerdings mindestens ein zusätzlicher Monitor. Eine schnelle Internetverbindung, die mittlerweile in vielen Gebieten üblich ist, sollte ausreichen. Werden die Trades lokal auf ihrem Computer verwaltet, stellt sich möglicherweise irgendwann die Frage nach einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) und einer Backupleitung für den Internetanschluss.

Welche Software benötigt wird, hängt einerseits mit der Art des Tradings zusammen, andererseits mit den genutzten Produkten oder Brokern. Hier ist die Auswahl so groß, dass wir auf dieses Thema ggf. an einer anderen Stelle genauer eingehen wollen. In einigen Programmen können Sie sowohl die Märkte analysieren, indem ein passender Datenfeed angeschlossen wird, als auch direkt die Orders platzieren, wenn ein Broker angeschlossen ist.

Der Datenfeed stellt Ihnen Marktdaten, z.B. aktuelle Kurse, Charts und Marktnachrichten zur Verfügung. Der Broker wickelt hingegen Ihre Transaktionen ab. Über ihn werden Produkte gekauft oder verkauft. Möglich ist auch, dass der Broker gleichzeitig den Datenfeed, also die Kursdaten, stellt.

Alle hier genannten Themenbereiche sind derart umfangreich, dass es an dieser Stelle nur kurz angerissen wird. In der Rubrik „Technik“ finden Sie weitergehende Informationen.

Sollten Sie hierzu konkrete Fragen haben oder Hilfestellung benötigen, sei es bei der Auswahl passender Hardware oder der Einrichtung und Tipps zu Softwarelösungen, schreiben Sie uns gerne an. Wir versuchen unsere Erfahrungen mit Ihnen zu teilen.