Welche Arten des Trading gibt es?

Der aktive Börsenhandel ist zunehmend auch bei den privaten Anlegern populär geworden. Sowohl kleine Anleger als auch größere Investoren nutzen verschiedene Wege und Instrumente, um an den weltweiten Kapitalmärkten aktiv mitzuwirken. Meist wird hier vom sogenannten Trading gesprochen. Das Internet hat den Marktzugang für jedermann möglich gemacht, unzählige Banken oder Broker bieten verschiedene Instrumente an, mit denen auch Kleinanleger handeln können. Insbesondere das Daytrading übt hier auf viele einen großen Reiz aus. Aber was versteht man unter Trading?

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Trading meist gleichzusetzen mit Daytrading, wobei das Daytrading im Prinzip nur eine spezielle Form des Börsenhandels darstellt. Genaugenommen ist Trading nicht zwingend echter Börsenhandel, da viele der Trader oftmals Produkte handeln, die gar nicht über eine echte Börse abgewickelt werden, sondern z.B. über Broker die gleichzeitig als Market Maker auftreten. Zudem läuft ein Großteil aller Transaktionen heute „over the counter“ (OTC) ab, werden also außerbörslich gehandelt. Darauf möchten wir aber an einer anderen Stelle genauer eingehen.

Das Daytrading bzw. Intradaytrading versteht sich als Disziplin, in denen der Trader eine Position meist innerhalb eines Tages eröffnet und wieder schließt. Nicht selten geschieht dieses sogar in äußerst kurzen Zeitspannen von wenigen Minuten bis hin zu ein paar Stunden. Aufgrund dieser hohen Frequenz an unterschiedlichen Transaktionen, ist dies eine sehr aktive Form des Handelns und bietet dem Trader somit sehr viel „Action“. Vermutlich übt das auf viele einen gewissen Reiz aus.

Manche betreiben aber auch sogenanntes Swingtrading. Darunter verstehen die meisten das Halten von Positionen länger als einen Tag. Oft mehrere Tage oder ein paar Wochen. Teilweise verschwimmt die Grenze zwischen Day- und Swingtrading natürlich auch.

Einige private Anleger interessieren sich mehr für die längerfristige Geldanlage bzw. das Positionstrading. Dabei investiert der Trader in einen Wert, mit dem Ziel, diesen längerfristig zu halten. In der Regel mehrere Wochen, Monate oder Jahre. Hier ist das Kapital natürlich dauerhaft gebunden, was die Anzahl an Geschäften minimiert, sofern man nicht über eine hohe Kapitaldecke verfügt. Im kurzfristigen Handel wird das Kapital nach Auflösen der Position wieder frei und kann erneut investiert werden.

Allgemein lässt sich sagen, dass der längerfristige Handel oder das Swingtrading für Berufstätige besser geeignet ist. So lassen sich die Märkte entspannter analysieren und Handelsentscheidungen können mit einer längeren Vorlaufzeit getroffen werden. Das Daytrading hingegen erfordert häufig einen höheren Zeitaufwand, eine schnelle Auffassungsgabe und eine hohe Entscheidungsfreudigkeit. Betreibt man Trading im ultrakurzfristigen Bereich, fällt das oft unter das sogenannte Scalping. Bei vielen gilt dies als Paradedisziplin, da Trades innerhalb von Sekunden oder wenigen Minuten geöffnet und geschlossen werden. Es soll an dieser Stelle bewusst keine Bewertung der unterschiedlichen Ansätze erfolgen, aber man kann davon ausgehen, dass sich Scalping nicht besonders für den Einstieg in den privaten Börsenhandel eignet.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich die oben erwähnten Ansätze in erster Linie durch die unterschiedliche Halterdauer unterscheiden. Allerdings ist anzumerken, dass dadurch mitunter auch verschiedene Analysenmethoden und Tradingstrategien Anwendung finden. Beispielsweise suchen Scalper oft andere Marktsituationen als Positionstrader. Erstere sind meist auf der Suche nach schnellen, kurzfristigen Bewegungen, hingegen spekuliert der langfristig orientierte Trader eher auf lange Trendverläufe. Allerdings gibt es unzählige Marktteilnehmer mit ebenso unzähligen Ansätzen, eine Verallgemeinerung ist so nahezu ausgeschlossen.