Welche Arten der Marktanalyse gibt es?

Börsenhändler analysieren die Märkte zumeist ausgiebig bevor sie eine Handelsentscheidung treffen. In welcher Form diese Analyse geschieht ist ebenso vielfältig wie die Marktteilnehmer selbst. Man kann davon ausgehen, dass es dafür keinen perfekten Weg und somit auch keine für jedermann nutzbare Erkenntnis gibt. Die unterschiedlichen Methoden werden im Allgemeinen in Kategorien eingeteilt. Dabei werden innerhalb einer Kategorie häufig ähnliche Instrumente und Vorgehensweisen angewandt. Eine Überschneidung oder Kombination von Methoden kommt ebenfalls vor. Die Bekanntesten möchten wir nachfolgend vorstellen.


Fundamentale Analyse

Diese Analysemethode beschäftigt sich vor allem mit der Betrachtung und Auswertung von fundamentalen Daten und Kennzahlen von Unternehmen oder Branchen, aber auch globalen Faktoren, wie Zinspolitik oder nationalen und internationalen politischen Ereignissen. Die Inhalte werden dabei sowohl von der qualitativen als auch quantitativen Seite aus beleuchtet. Es gibt in der fundamentalen Analyse viele verschiedene und meist sehr konkrete Ansätze, um eine Handelsentscheidung zu treffen. Es werden daher nicht nur politische oder wirtschaftliche Nachrichten ausgewertet, sondern auch spezielle Unternehmenszahlen wie Cashflow, Eigenkapitalquote und vieles mehr. Bezogen auf den Aktienmarkt wird so beispielweise versucht zu ermitteln, ob eine Aktie unter- oder überbewertet ist. Das unterstellt, dass jedes Unternehmen einen fairen Wert besitzt, der allgemein als realistisch und gerechtfertigt anerkannt wird. Generell ausgedrückt, werden also gesamtwirtschaftliche wie auch individuelle Faktoren, Kennzahlen und Ereignisse analysiert und bewertet.


Technische Analyse

Früher oder später wird vermutlich jeder Daytrader und Börsenhändler auf das Prinzip der technischen Analyse stoßen. Die Charttechnik bzw. charttechnische Analyse ist sehr populär und stößt durch die weite Verbreitung auch bei Anfängern auf große Beliebtheit. Es gibt viele transparente Methoden und Strategien die auf der technischen Analyse basieren, sodass der Einstieg in den Börsenhandel nicht selten über diese Form der Marktanalyse erfolgt. Im deutschsprachigen Raum ist auch der Begriff der Markttechnik sehr verbreitet. Die technische Analyse als Überbegriff beinhaltet genaugenommen viele Unterbereiche, die dennoch oft synonym verwendet werden.

Ein technischer Analyst bzw. Charttechniker analysiert die Märkte in erster Linie anhand ihrer Kursverläufe. Im Gegensatz zum Fundamentalanalysten, bewertet er die Wertpapierentwicklung nicht anhand von Berichten oder Kennzahlen, sondern durch die Betrachtung der Kurse aus der Vergangenheit und die dadurch entstehenden Chartmuster. Das Prinzip unterstellt, dass alle fundamentalen Ereignisse in einem rationalen Marktpreis widergespiegelt werden. Es wird demnach angenommen, dass sämtliche Faktoren und Informationen die den Preis beeinflussen, in dem Kurs dargestellt werden und es somit naheliegend und zielführend ist, direkt den unverfälschten Kursverlauf zu analysieren. Alle fundamentalen Ereignisse sind folglich bereits im Kurs eingepreist bzw. vorweggenommen, sodass einige der Ansicht sind, dass die Fundamentalanalyse der technischen Analyse stets zeitlich hinterherhinke. Zusätzlich würde der tatsächliche Marktpreis auch Hinweise auf Informationen zulassen, die sonst nicht oder nur bedingt zugänglich seien. So beinhaltet der Kurs zweifellos auch die Stimmung und Erwartungen sowie rationale aber auch irrationale psychologische Einflüsse sämtlicher Marktteilnehmer.